Die Flucht aus Lima

January 22, 2018

Es gab auch schöne Augenblicke, wie die Aussicht vom Buenavista Café auf die Costa Verde, doch seien wir ehrlich, es war eine Flucht. Körperlich angeschlagen und mit zerrüttetem Nerven verließ ich den Moloch um 4:30 Uhr morgens. Und stand eine halbe Stunde später im Stau. Lima hatte mich geschafft. Mit seinen Menschenmassen, dem ständigen Hupen, seinem Verkehr. 

Mehrfach war ich durch Lima gefahren. Für elf Kilometer von meinem Hotel zur Motorradwerkstatt benötigte ich 50 Minuten. Dabei war ich auf Fußgängerüberwegen an langen Autoschlangen vorbeigefahren, hatte in den Gegenverkehr geschwenkt, die Beschleunigung meiner Africa Twin ausgereizt. Manchmal bin ich anpassungsfähig ... Doch besonders in den ärmeren Stadtviertel herrscht Anarchie auf den Straßen. Von allen Seiten fahren die Autos aufeinander zu, bedrängen sich, geben widerwillig oder gar keinen Raum. Verkehrsregeln haben hier längst ihre Gültigkeit verloren. Es ist ein ins Auto verlagerter Bürgerkrieg. Der Straßenverkehr in Peru gehört zu den gefährlichsten der Welt. Am dritten Abend entdeckte ich eine neue weiße Strähne im Bart. Es war Zeit zu gehen. 

 

 

 

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