Härteprüfung in Bolivien

So viele Motive, und wir fuhren einfach vorbei. Wobei wir eher rumpelten und schlingerten, letzteres besonders in den Tiefsandpassagen. Anhalten hätte uns die Konzentration gekostet, und Benzin. Willkommen in Bolivien.

Schon an der Grenze hatte uns der chilenische Grenzer vor der Schotterpiste nach San Cristobal gewarnt. Für Motorräder sei sie sehr gefährlich, gerade letzte Woche seien zwei Motorradfahrer verunglückt. Ich wurde leicht nervös. Wenig zur Beruhigung konnte beitragen, dass wir sehr wenig Benzin hatten. Das, was in unseren Navis als Tankstelle vor der Grenze angezeigt worden war, erwies sich als Fata Morgana. So waren wir am Rechnen, ob wir eine Chance hätten. Zurück ging es auch nicht. Auf chilenischer Seite war die Tankstelle viel zu weit entfernt. Ich leerte meine Benzinkanister, die hinten an meinen Koffern hingen, in den Tank. Es würde trotzdem knapp werden.

Auf den ersten Kilometern auf bolivianischer Seite entspannte ich mich zusehends. Das sollte eine schwierige Strecke sein? Kleinigkeit. Bis mein Vorderrad unversehens auf Tiefsand stieß, sich hin und her schob, nur nicht geradeaus wollte. Jetzt war ich hellwach, und sollte es bleiben. Es sollten noch ein paar Stunteinlagen folgen. Nach etlichen Stunden erreichten wir mit heilen Knochen und Motorrädern, vom letzten Tropfen Benzin angetrieben, San Cristobal.

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